Diabetes bei Katzen

Diabetes Mellitus bei Katzen – zu viel Süßes im Blut.

Diabetes Mellitus bei Katzen – zu viel Süßes im Blut.

Die Diabetes oder Zuckererkrankung ist einer der häufigsten Stoffwechselstörungen bei Katzen.

Hier mangelt es an dem Hormon Insulin.

Die Häufigkeit der Erkrankung ist je nach Studie unterschiedlich, man geht von 0,43% bis 2% aus, wobei sich die eigentliche Anzahl der an Diabetes erkrankten Katzen in den vergangenen Jahren verdoppelt hat. Mehr als 40% der erkrankten Katzen sind zwischen 5 und 11 Jahres alt, wobei hier auffällt, dass die Diabetes bei 10 Jahre und älteren Tieren, bei kastrierten Katern und übergewichtigen Katzen an Häufigkeit zu nimmt (Hoenig et al. 2006).

70-80% der diabetischen Katzen sind übergewichtig, das Risiko bei Übergewicht an Diabetes Typ II zu erkranken ist um das 3 bis 5fache erhöht.

Pathophysiologie

Bei einer gesunden Katze wird der Blutzuckerspiegel durch zahlreiche und miteinander arbeitenden Mechanismen mit geringen Abweichungen konstant gehalten. Die Katze nimmt Nahrung auf, der Blutzuckerspiegel steigt an und als Folge wird von den Zellen der Bauchspeicheldrüse Insulin ausgeschüttet. Die Glukose wird so aus dem Blut in die Zellen geschleust und es kann Energie gewonnen werden.

Zwischen den Mahlzeiten fällt der Blutzuckerspiegels ab und sog. Stresshormone Glukagon, Adrenalin, Cortisol und das Somatotrope Hormon sorgen für einen Anstieg an Glukose.

Bei der Diabetes fühlt der Insulinmangel bei gleichzeitiger Ausschüttung von Glukagon zu einer dramatischen Entgleisung des Energiehaushaltes und viele Organe und Körperfunktionen werden empfindlich gestört.

Auswirkungen

Durch die Aufnahme von Nahrung verstoffwechselt Tiere und Menschen die aufgenommene Glukose und gewinnen daraus Energie. Für diese Aufnahme der Glukose aus dem Blut benötigen sie Insulin.

Bei Mangel an Insulin ist die Folge, dass keine Glukose aufgenommen werden kann und es kommt zu einem Glukosemangel und zum Anstieg des Blutzuckerspiegels.

Krankheitsformen

Wir unterscheiden hier Diabetes-Typ I und Diabetes-Typ II.

Diabetes-Typ 1

Bei Diabetes-Typ 1 sind die Zellen in der Bauchspeicheldrüse der Katze zerstört und es wird kein Insulin mehr gebildet. Ursache können hier Entzündungen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) oder Tumore (Neoplasien). Dieser Typ der Diabetes kommt bei Katzen extrem selten vor.

Diabetes-Typ II

Mit diesem Diabetes-Typ leben ca. 80 – 95% der erkrankten Katzen. Beim Diabetes-Typ II reagieren die Rezeptoren der Zellen weniger sensibel auf das Insulin, man spricht hier auch von einer Insulinresistenz.

Ursachen

• Übergewichtig

• Bewegungsmangel

• Überproduktion von entgegenwirkenden Hormonen Progesteron/Wachstumshormone

Weiterhin können durch ursächliche Grunderkrankungen wie

• Überfunktion der Schilddrüse (Hyperthyreose)

• Exokrine Pankreasinsuffizienz

• Pankreasentzündung

• Hyperadrenokortizismus (Cushing-Syndrom)

Folgen

Katzen mit Diabetes haben anhaltendes Hungergefühl und Heißhunger (Poliphagie) bei anhaltendem Gewichtsverlust. Weiterhin vermehrten Durst (Polydipsie) und setzen somit vermehrten Harn ab (Polyurie).

Zudem sind Katzen häufig sehr müde und haben oft ein sehr stumpfes Fell.

Bei längerfristigen Bestehen der Diabetes kann es zu diabetischen Komplikationen führen wie

Diabetische Neuropathie: die klinisches Symptome können sehr unterschiedlich und akut oder chronischer Natur sein. Die Katze zeigt plötzlich Schwäche, fortschreitende Lähmung, die Tiefensensibilität ist eingeschränkt oder Muskelschwund. Am häufigsten tritt eine Schwäche der Hinterhand auf, gekennzeichnet durch einen plantigen Gang auf den Fußwurzelgelenken. Die Prognostik ist hier eher vorsichtig, nach Einstellung des Blutzuckerspiegels mit Insulin in jedoch in einigen Fällen ein teilweiser oder vollständiger Rückgang der Symptome beobachtet worden. Sollte Ihre Katze diese Symptomatik aufweisen, sollten Sie auf jeden Fall, eine Tierphysiotherapeutin aufsuchen, die Ihre Katze mit gezielten Übungen unterstützen und stabilisieren kann.

Diabetische Nephropathie: Die klinischen Symptome entsprechen denen einer Niereninsuffizienz und sind eine sehr schwere Komplikation bei Katzen mit Diabetes.

Diabetischer Katarakt: Bezeichnet eine Eintrübung der Augenlinse, auch Grauer Star genannt. Diese Symptomatik ist bei Katzen im Gegensatz zu Hunden sehr selten beobachtet.

Wann besteht ein Notfall?

Bei diabetischer Ketoazidose: aufgrund des Insulinmangels kann Glukose nicht als Energiequelle gewonnen werden. Beim Fettstoffwechsel (Lipolyse) kommt es zu einer hohen Konzentration an Ketose, die Anorexie, Übelkeit und Lethargie verursachen. Hier muss eine Behandlung durch den Tierarzt zeitnah eingeleitet werden. Flüssigkeit wird gegeben und schnell wirkendes Insulin durch eine intravenösen Zugang. Ist der Blutzuckerspiegel gesenkt und kann mindesten 4 – 10 Stunden lang zwischen 11 bis 14mmol/l (198 und 252mg/dl) gehalten werden, kann mit einer Insulintherapie subkutan begonnen werden.

Bei einem Hyperglykämisches Hyperosmolares Syndrom (HHS): diese Symptomatik ist eine recht seltene Komplikation bei unbehandelter Diabetes. Vorausgehend ist jedoch zu beobachten, dass die Katze immer schwächer wird, anorektisch und lethargisch und immer weniger trinkt.

Klinisch ist typisch, dass hier die Glukosenkonzentration im Plasma viel zu hoch ist.

@ CarePet/Stefanie Spang

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