Kräuter für Tiere

Westliche Kräuter in der TCM für Tiere

Westliche Kräuter in der TCM für Tiere

Zusammenfassung

Die Therapie mit Heilpflanzen hat einen hohen Stellenwert in der Tier-naturheilkundlichen-Praxis. In der Regel werden die Kräuter nach Indikationen verordnet und zusammengestellt. Interaktionen der Pflanzen, sowie Synergieeffekte werden dabei nicht berücksichtigt. Hier eröffnen sich durch die Verbindung von Chinesischer Medizin mit den im westlichen Kulturkreis gebräuchlichen Kräutern neue Möglichkeiten. Dies wird an Hand von einer Kasuistik aus dem Bereich Bewegungsapparat verdeutlicht.

Einleitung

Die Chinesische Medizin (CM) wird in der Praxis oft auf die Akupunktur reduziert. Gerade die Störungen des Bewegungsapparates lassen sich zuverlässig damit therapieren. Doch werden einige Patienten mit wiederkehrenden Lahmheiten in der Praxis vorgestellt. Mit Hilfe von individuell zusammengestellten Heilpflanzenrezepturen ist es möglich auch bei diesen chronifizierten Erkrankungen tiefgreifende Erleichterung zu verschaffen.

Dies kann mit chinesischen und westlichen Kräutern gleichermaßen erfolgen. Vorausgesetzt werden sichere Kenntnisse der anzuwendenden Heilpflanzen. Und da hakt die Argumentation, denn die chinesische Arzneimitteltherapie setzt neben Stoffen pflanzlicher Herkunft auch solche mineralischer, tierischer und menschlicher Herkunft ein. Arbeitet man in diesem System, ist eine Auseinandersetzung mit der Herkunft und Reinheit der Stoffe, deren Toxizität und auch mit ethischen Fragen unerlässlich. Die Reduktion von traditionellen Rezepturen auf pflanzliche Stoffe verändert auch in gravierendem Umfang die Wirkung, es entsteht ein neues Produkt.

Die Arbeit mit Kräutern aus dem westlichen Kulturkreis bringt im Gegenzug einige Vorteile mit sich. Das Bild vieler Kräuter ist durch Tradierung so fest in uns verankert, das die Inhalte der Monograhien leicht zu verinnerlichen sind. Die Kräuter sind in hervorragender Qualität zu vergleichsweise geringem Preis verfügbar.

Bei der Verbindung von westlichen Kräutern mit dem System der Chinesischen Medizin ergeben sich Übereinstimmungen von zwei alten Systemen.

Schon Galenos (~129–216 n.Chr.), griechischer Arzt und Naturforscher, hat die Heilkräuter mit Qualitäten wie Temperatur und Feuchte in jeweils vier Graduierungen beschrieben. Die CM kennt Temperaturverhalten von kalt und kühl über neutral hin zu warm und heiß.

Die westliche Erfahrungsmedizin hat eine oft unübersichtliche Vielzahl an Indikationen zusammen getragen, die eine treffsichere Auswahl erschwert. Die Strukturierung der Kräuter in Sinne der CM ermöglicht einen effektiven Einsatz. Durch die Diagnose nach TCM, die für die Akupunktur unerlässlich ist, ist der Weg zur Rezeptur schon vorgegeben.

Hier ein Behandlungsbeispiel: 13 1/2 jährige Retrieverhündin Ronja

© Susanne Kirsten, Tierheilpraktikerin, Dozentin für TCM, Tier-TCM-Seminare
www.tier-tcm-seminare.de

1 Gedanke zu “Westliche Kräuter in der TCM für Tiere

  1. Ein super interessantes Thema. Ich habe auch den Eindruck, dass die TCM oft auf Akupunktur reduziert wird und insbesondere die TCM für Tiere kaum bekannt ist. Schade, denn es gibt so viele Möglichkeiten.

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